Mit insgesamt 2,7 Millionen Euro sind die Mittel für den Erwerb des historischen Bauwerks gesichert. Die Vertragsunterzeichnung soll nach aktuellem Stand innerhalb der nächsten Wochen erfolgen. Damit ist das Projekt, die Strahlenburg in Bürgerhand zu übernehmen und künftig selbst zu betreiben, auf der Zielgeraden.
Stiftung arbeitsfähig aufgestellt
Die Stiftung ist inzwischen vollständig handlungsfähig. Der Vorstand wurde bereits vor einiger Zeit gewählt und setzt sich aus Thomas Rufer, Ralf Habenicht und Hannah Mieger-Höfer zusammen. Sie übernehmen künftig die Verantwortung für Kauf, Betrieb und strategische Ausrichtung der Burg.
Unterstützt wird der Vorstand durch ein Kuratorium, das beratend und kontrollierend tätig ist. Neben engagierten Mitinitiatoren gehören dem Gremium auch Vertreter des Kurpfalz-Gymnasiums sowie der Stadt Schriesheim an. Den Vorsitz im Kuratorium übernimmt der frühere Bürgermeister Hansjörg Höfer, der die Aufgabe angenommen hat, die Entwicklung der Stiftung aktiv zu begleiten.
Spendenbereitschaft als Schlüssel zum Erfolg
Die Finanzierung des Kaufpreises basiert auf einer breiten Unterstützung aus der Bürgerschaft. Nach dem Zuschlag für den Kauf mussten zahlreiche zuvor gegebene Spendenzusagen konkretisiert werden. Der überwiegende Teil dieser Zusagen wurde inzwischen eingelöst. Somit ist die Finanzierung gesichert.
Auch wenn noch einzelne Beiträge ausstehen, ist die Gesamtsumme erreicht. Zusätzliche Spenden nach Bekanntwerden des Zuschlags haben dafür gesorgt, dass der Erwerb der Strahlenburg finanziell abgesichert ist.
Kaufabwicklung und erste Rücklagen
Der eigentliche Kaufpreis liegt bei 2,5 Millionen Euro, hinzu kommen rund 200.000 Euro an Nebenkosten, insbesondere für Steuern und Gebühren. Die Abwicklung erfolgt klassisch per Überweisung – sachlich, transparent und ohne großes Zeremoniell.
Nach Abschluss des Kaufs verbleibt ein finanzieller Puffer von rund 200.000 € auf dem Stiftungskonto. Diese Rücklage soll als Startkapital für anstehende Sanierungsmaßnahmen dienen. Denn klar ist: Mit dem Erwerb allein ist es nicht getan.
Sanierung und Gastronomie: die nächsten großen Aufgaben
Der bauliche Zustand der Strahlenburg ist unterschiedlich. Während Teile der Anlage, darunter ehemalige Wohnräume und große Abschnitte des Mauerwerks, einen soliden Eindruck machen, besteht insbesondere am Turm erheblicher Sanierungsbedarf. Dieser Bereich ist aktuell nicht für Besucher zugänglich.
Für die anstehenden Untersuchungen und Planungen wird überlegt, externe Expertise einzubinden – möglicherweise auch in Zusammenarbeit mit Hochschulen. Parallel dazu sollen Fördermöglichkeiten, insbesondere im Bereich Denkmalschutz, geprüft werden.
Ein besonders aufwendiges Kapitel ist die Wiederbelebung der Gastronomie. Hier sind umfangreiche Maßnahmen notwendig: Barrierefreiheit, neue Technik, moderne Kücheninfrastruktur und eine vollständige Neueinrichtung. Eine reguläre Wiedereröffnung wird daher nicht vor 2027 erwartet.
Kurzfristig soll dennoch Leben auf die Burg zurückkehren. Ziel ist es, bereits in der kommenden Saison eine einfache Bewirtung auf der Terrasse zu ermöglichen. Entsprechende Interessenten gibt es bereits.
Ein Projekt von Schriesheimern für Schriesheim
Mit dem gesicherten Erwerb beginnt nun eine neue Phase für die Strahlenburg. Die kommenden Jahre werden von Planung, Sanierung und vielen praktischen Entscheidungen geprägt sein. Klar ist aber schon jetzt: Das Projekt lebt vom Engagement vieler Menschen – und von der gemeinsamen Idee, eines der wichtigsten Wahrzeichen der Stadt dauerhaft für die Öffentlichkeit zu erhalten.
Quelle: Konstantin Groß, Mannheimer Morgen